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Dezember 10th, 2016

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Der stationäre Einzelhandel hat es nicht leicht. Online-Riesen wie Amazon oder Zalando erlauben es den Kunden, vom Sofa aus zu shoppen. Ein Klick und das neue Kleid wird bis an die Wohnungstür geliefert. Wer geht da noch aus dem Haus? Einer Studie des Branchenverbandes Bitkom zufolge kaufen 98% der Internetnutzer online ein, 77% von ihnen mehrmals im Monat.

Die Gründer Timo König und Max Zähringer aus Köln wollen mit ihrer App Shoppen dafür sorgen, dass auch kleine und mittlere Einzelhändler ihre Produkte einfach online verkaufen können. „Es gibt drei Gründe für Einzelhändler, warum sie nicht online sind“, erzählt Zähringer im Gespräch mit Gründerszene. „Sie haben keine Zeit oder kein Geld für die Umsetzung. Oder sie haben Angst, weil sie sich mit dem Konzept Online nicht auskennen.“ Auch der Einzelhandelsexperte Professor Gerrit Heinemann von der Hochschule Niederrhein sagte gegenüber dem WDR gar, die meisten lokalen Händler litten an einer Digital-Allergie.

Die Angst wollen die beiden Gründer den Händlern mit ihrer Lösung nehmen. Über ein Management-Tool können Händler ihre Waren online einstellen und verwalten. Vertrieben werden die Produkte dann über die Shoppen-App oder über den Browser. Soweit der Plan. Im November geht’s los.

Geliefert wird innerhalb von 90 Minuten

Das Duo setzt bewusst auf eine einfache Handhabung des Tools, damit dieses ohne technisches Know-how bedient werden kann, so Zähringer. Auch seine Oma musste deshalb als Testkandidatin herhalten.

Innerhalb von 90 Minuten soll die bestellte Ware dann ausgeliefert werden, eine Lieferung bis 10km kostet 7,13 Euro. Zu schaffen sei diese logistische Herausforderung, weil das Team mit einem externen Kurierdienst zusammenarbeitet, der sich auf Sofort-Lieferungen spezialisiert, erklärt der 28-Jährige. Die Versandkosten würden zu 100 Prozent an den Versandpartner gehen.

Pushnachrichten mit Sonderangeboten

Finanzieren will sich das Startup über eine Provision, die pro Verkauf eines Artikels von den kooperierenden Händlern gezahlt wird. Hinzu kommt ein Abo-Modell: Nach dem ersten, kostenfreien Jahr würden pro Monat 39 Euro für die Händler anfallen.

Aber Shoppen soll nicht nur als Onlineshop lokaler Händler genutzt werden. Die App zeigt dem Nutzer auch an, welche Geschäfte in der Nähe sind und welche Produkte sie anbieten – um Kunden in die Einkaufsstraße zu locken. „Lokal ist hip“, glaubt der 28-Jährige. Für weiteren Anreiz sollen Pushnachrichten mit Angeboten sorgen, die Händler über die App an Kunden schicken können.

Im August starten Tests in Köln

Die Idee, dem Einzelhandel bei der Digitalisierung zu helfen, ist nicht neu. Zähringer streitet nicht ab, dass es Konkurrenz gibt, aber: „Es gibt sicher Wettbewerber, die in Teilen ähnliches anbieten. Aber niemand wie Shoppen, der alles in Gänze aufrollt.“

Ab November wollen die Gründer zunächst den Markt in Köln testen, wie Zähringer erklärt. Expansionsmöglichkeiten seien dann die 20 größten deutschen Städte.

Bis dahin kann auch Zähringers Oma das Tool weiter nutzen. Die schickt dem Gründer über ihren Test-Account Pushnachrichten auf sein Handy. Unter den fiktiven Rabatt-Angeboten steht dann zum Beispiel, Zähringer solle sie doch mal anrufen.